Kinder loben - aber wie? Von Lob, Belohnung und Ermutigung
Ein Beispiel: Tim und das Malen
Tim ist vier Jahre alt. Er malt nicht besonders gerne. Viel lieber tobt er durch die Wohnung oder spielt mit seinen Autos.
Seine Eltern möchten trotzdem gerne, dass er malt. Sie denken an seine Kreativität und daran, dass er später einmal einen Stift sicher halten können soll.
Also kaufen sie ihm schöne neue Stifte.
„Komm, Tim. Mal doch ein Bild für Oma. Sie hat doch bald Geburtstag.“
Tim hat eigentlich keine Lust. Aber seine Eltern reden so lange auf ihn ein, bis er schließlich anfängt. Er malt ein paar bunte Striche auf das Papier.
„Das hast du aber toll gemacht!“
Tim freut sich über das Lob.
Ein paar Tage später soll er wieder malen. Diesmal möchte er überhaupt nicht. Also verspricht ihm seine Mutter Schokolade, wenn er ein Bild malt.
Tim malt – und bekommt seine Schokolade.
Nach einigen solchen Situationen kann bei Tim etwas entstehen:
Malen lohnt sich, wenn ich dafür etwas bekomme oder gelobt werde.
Einige Tage später malt er im Kindergarten ein Bild von seiner Familie. Er macht schnell ein paar Striche und zeigt es seiner Erzieherin.
Sie sagt:
„Da hast du dir aber nicht besonders viel Mühe gegeben.“
Tim ist irritiert. „Aber Mama und Papa finden meine Bilder doch immer toll.“
Warum sollte er sich jetzt mehr anstrengen? Eine Belohnung bekommt er dafür schließlich nicht.
Was lernen Kinder durch Lob und Belohnung?
Lob und Belohnung sind nicht grundsätzlich falsch. Kinder freuen sich über Anerkennung – und das dürfen sie auch.
Ein bewertendes Lob klingt zum Beispiel so:
„Das hast du toll gemacht!“
„Du bist aber ein braves Kind.“
„Super!“
Die Frage ist vielmehr:
Was möchten wir mit unserem Lob erreichen?
Soll das Kind lernen, etwas vor allem für die Anerkennung oder Belohnung anderer zu tun?
Oder soll es entdecken:
„Ich kann etwas. Ich habe etwas ausprobiert. Ich bin stolz auf das, was ich selbst geschafft habe.“
Dabei macht es einen Unterschied, wie wir auf das Kind und seine Leistung schauen.
Ermutigung richtet den Blick stärker auf das, was das Kind selbst erlebt und geschafft hat:
„Du hast lange daran gearbeitet und selbst eine Lösung gefunden.“
„Du hast ganz viele Farben ausprobiert.“
„Du hast nicht aufgegeben, obwohl es schwierig war.“
„Du hast dich richtig angestrengt.“
„Ich sehe, wie sehr du dich darüber freust.“
So erlebt ein Kind:
„Ich werde gesehen – nicht nur für das, was ich leiste, sondern als Mensch.“
Und daraus kann nach und nach Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in sich selbst wachsen.
Wie machst du es?
Welche Erfahrungen hast du mit Lob und Belohnung gemacht?
Was erlebst du mit Ermutigung – oder damit, einfach wahrzunehmen und zu benennen, was dein Kind tut, ohne es zu bewerten?
Vielleicht magst du deine Erfahrungen teilen. Was funktioniert für euch gut? Und was hat dich vielleicht auch überrascht?
Ein Beispiel: Tim und das Malen
Tim ist vier Jahre alt. Er malt nicht besonders gerne. Viel lieber tobt er durch die Wohnung oder spielt mit seinen Autos.
Seine Eltern möchten trotzdem gerne, dass er malt. Sie denken an seine Kreativität und daran, dass er später einmal einen Stift sicher halten können soll.
Also kaufen sie ihm schöne neue Stifte.
„Komm, Tim. Mal doch ein Bild für Oma. Sie hat doch bald Geburtstag.“
Tim hat eigentlich keine Lust. Aber seine Eltern reden so lange auf ihn ein, bis er schließlich anfängt. Er malt ein paar bunte Striche auf das Papier.
„Das hast du aber toll gemacht!“
Tim freut sich über das Lob.
Ein paar Tage später soll er wieder malen. Diesmal möchte er überhaupt nicht. Also verspricht ihm seine Mutter Schokolade, wenn er ein Bild malt.
Tim malt – und bekommt seine Schokolade.
Nach einigen solchen Situationen kann bei Tim etwas entstehen:
Malen lohnt sich, wenn ich dafür etwas bekomme oder gelobt werde.
Einige Tage später malt er im Kindergarten ein Bild von seiner Familie. Er macht schnell ein paar Striche und zeigt es seiner Erzieherin.
Sie sagt:
„Da hast du dir aber nicht besonders viel Mühe gegeben.“
Tim ist irritiert. „Aber Mama und Papa finden meine Bilder doch immer toll.“
Warum sollte er sich jetzt mehr anstrengen? Eine Belohnung bekommt er dafür schließlich nicht.
Was lernen Kinder durch Lob und Belohnung?
Lob und Belohnung sind nicht grundsätzlich falsch. Kinder freuen sich über Anerkennung – und das dürfen sie auch.
Ein bewertendes Lob klingt zum Beispiel so:
„Das hast du toll gemacht!“
„Du bist aber ein braves Kind.“
„Super!“
Die Frage ist vielmehr:
Was möchten wir mit unserem Lob erreichen?
Soll das Kind lernen, etwas vor allem für die Anerkennung oder Belohnung anderer zu tun?
Oder soll es entdecken:
„Ich kann etwas. Ich habe etwas ausprobiert. Ich bin stolz auf das, was ich selbst geschafft habe.“
Dabei macht es einen Unterschied, wie wir auf das Kind und seine Leistung schauen.
Ermutigung richtet den Blick stärker auf das, was das Kind selbst erlebt und geschafft hat:
„Du hast lange daran gearbeitet und selbst eine Lösung gefunden.“
„Du hast ganz viele Farben ausprobiert.“
„Du hast nicht aufgegeben, obwohl es schwierig war.“
„Du hast dich richtig angestrengt.“
„Ich sehe, wie sehr du dich darüber freust.“
So erlebt ein Kind:
„Ich werde gesehen – nicht nur für das, was ich leiste, sondern als Mensch.“
Und daraus kann nach und nach Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in sich selbst wachsen.
Wie machst du es?
Welche Erfahrungen hast du mit Lob und Belohnung gemacht?
Was erlebst du mit Ermutigung – oder damit, einfach wahrzunehmen und zu benennen, was dein Kind tut, ohne es zu bewerten?
Vielleicht magst du deine Erfahrungen teilen. Was funktioniert für euch gut? Und was hat dich vielleicht auch überrascht?